

| KünstlerInnen | Alfred Biber |
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Alfred Biber"Biber ist der Bilderstürmer seiner eigenen Werke. Diese Tragik gibt seinen Werken eine Besonderheit. Seine Äußerungen sind üppig wuchernd ohne klassische Ordnung. Seine Arbeiten haben die geschmacklose Schönheit der nichtitalienischen Kunst eines Lucas Cranach oder Rubens." Hermann Nitsch über die Arbeiten seines Freundes Alfred Biber. Biber absolvierte gemeinsam mit Hermann Nitsch die Grafische Lehr- und Versuchsanstalt."Seismografien am Rande der Erzählbarkeit, Registrationen von Erschütterungen aus dem Erdinneren, Eruptionen, die an der Oberfläche nur ein Geringes an Zerstörung am Werk hinterlassen – so könnte ein Versuch der Annäherung an Alfred Bibers Kunst lauten, eingedenk seines Mottos: Ich nehme den Inhalt und gebe dafür den Ausdruck. Gewiss, die Zerstückelung ist für ihn, den Dionysiker, nicht Zerstörung, sondern ein umgekehrter Geburtsvorgang, eine Widergeburt, ein psychologischer Prozess. Ein Subjekt hat sich aus der Finalität zu befreien, in die es sich zunächst verstrickt hat. Malerei ist für Biber tätige, ins materielle übernommene Philosophie und seine Übermalungen haben den Sinn, selbständige Formen, die immerwährende Gegenwart bedeuten, hervorzubringen. Diese kommen zu den schon vorhandenen Formen, die Vergangenheit bedeuten, dazu und schaffen ihre eigenen Gesetze: einen Spannungszustand so aufzubauen, dass der Betrachter die Chance hat, sein eigenes Gefühl kennen zu lernen und selbst eine Entscheidung zu treffen… …Es geht Biber um die Aktivierung der Wahrnehmung, um die Entlassung aus unseren Sehgewohnheitsbahnen, mit einem Wort um die Regenerierung der Erlebnisfähigkeit mittels Kunst und zwar einer Kunst, die weh tut. Ein Affront zum lauen Vegetieren, Artauds „Theater der Grausamkeit“ mag einem da in den Sinn kommen und ganz gewiss Hermann Nitsch´s Gesamtkunstwerk. Bibers Malerei ist gegen das Bekannte gerichtet, gegen das Bekannte, das uns in der Erkenntnis nicht weiter hilft, Kunst ist für Biber der Brunftschrei des Menschen, das Bekenntnis zur Vitalität aus Prinzip. Kunst steht auf einmal da als das Wichtigste auf der Welt. …. Er malt die grellen Spiegel, in denen das Drama menschlichen Seins explodiert, zieht sich immer wieder in seien Farbräusche hinein, zwischen Ordnung auf der einen Seite und Chaos auf der anderen, eine Art Rhythmus des Gezeigten und des Geheimen, ein Bekenntnis zur Lust am Bild, zum Bild der Lust. Ein Schaffen, das mental in den obsessiven Schlachtfeldern der „Wiener Moderne“ wurzelt.“ Gerhard Jaschke Biografie 1942 geboren in Brigittenau/Wien Alfred Biber lebt und arbeitet in Bisamberg 1958 – 1963 Studium an der "Höheren grafischen Lehr- und Versuchsanstalt" in Wien 1976 Beginn einer engen Freundschaft mit Hermann Nitsch Ausstellungen (Auswahl) 2008 kleine galerie, Wien 2007 Pavillon Josephine, Straßbourg 2004 Museum am Ostwall, Dortmund Galerie Hölz, Düsseldorf Galerie Sala Berna, Barcelona 2000 Haffner und Kraft, München 1990 Kleine Galerie, Wien 1987 Autoren-Galerie 1, München 1985 Kleine Galerie, Wien Blau-Gelbe Galerie, Wien 1984 Galerie Chobot, Wien Zum Seitenanfang |
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